© Wênd Kûuni

29.03.2020, 18.00 Uhr

Film

„Wênd Kûuni – das Geschenk Gottes“ von Gaston Kaboré

– Ein Klassiker des afrikanischen Kinos –

Ein Erzähler aus dem Off berichtet, dass sich die Geschichte von Wênd Kûuni vor langer Zeit ereignet hat, lange bevor die Weißen nach Afrika kamen. Als ein Händler einen kleinen Jungen im Busch findet, nimmt er ihn mit zum nächsten Dorf und übergibt ihn Tinga, dem Weber, der ihn in seiner Familie aufnimmt. Der stumme Junge wird Wênd Kûuni, Geschenk Gottes, genannt. Die Hauptaufgabe des Jungen ist das Hüten der Schafe, nebenbei verkauft er Tingas Stoffe auf dem Markt. Tingas Tochter Pughneere versucht, sich mit ihm anzufreunden. Als Wênd Kûuni eines Tages beim Schafe Hüten einen Mann in einem Baum entdeckt, der sich aufgehängt hat, erlebt er einen Schock und findet dadurch die Sprache wieder. Er kann nun Pughneere seine Geschichte erzählen. Seine kranke Mutter wurde aus ihrem Heimatdorf vertrieben, weil sie sich weigerte, eine neue Ehe einzugehen, nachdem ihr Mann, ein Jäger, nach 13 Monaten noch immer nicht zurückgekehrt war. Als die Mutter starb, blieb er allein zurück. Der erste Film von Gaston Kaboré, eine Parabel auf die Wiedergewinnung der kulturellen Identität, gilt als erster Spielfilm aus Burkina Faso. Die Geschichte von Wênd Kûuni erzählt Gaston Kaboré in dem Film Buud Yam weiter und gewann den Hauptpreis beim afrikanischen Festival FESPACO in Ouagadougou.

Gaston Kaboré stammt aus Burkina Faso und studierte Geschichte an der Sorbonne in Paris bevor er, inspiriert von den Filmen des afrikanischen Regisseurs Ousmane Sembène, sein Studium an der École Supérieure d’Études Cinématographiques fortsetzte. 1976 kehrte er nach Burkina Faso zurück, realisierte einige dokumentarische Kurzfilme und war gleichzeitig als Lehrer am Institut Africain d’ Éducation Cinématographique und als Direktor des Centre National du Cinéma de Burkina Faso tätig. 1982 konnte er Wênd Kûuni realisieren. 1988 folgte Zan Boko, der in den 1980er Jahren spielt und mit komödiantischen Elementen von Dorfbewohnern erzählt, deren Frieden durch den Zuzug von Städtern gestört wird. Im Mittelpunkt von Rabi (1992), einer in unbestimmter präkolonialer Zeit angesiedelten Parabel, steht ein Junge, der mit seiner Schildkröte spielt, sie langsam als eigenständiges Lebewesen wahrnimmt und schließlich in die Freiheit entlässt. Nach weiteren Dokumentar- und Spielfilmen entstand 1997 der im Breitwandformat gedrehte Spielfilm Buud Yam.

Seit Ende der 1990er Jahre lehrt Gaston Kaboré Film in Burkina Faso. Er leitete verschiedene Organisationen und Produktionsfirmen. In Ouagadougou gründete er 2003 das Zentrum IMAGINE für die Aus- und Weiterbildung junger afrikanischer Filmschaffender. Außerdem ist Kaboré regelmäßig Jury Mitglied auf internationalen Festivals wie Amsterdam, Berlin, Cannes, Locarno, Venedig und ist Mitgründer des renommierten panafrikanischen FESPACO Festival in Ouagadougou, das er über Jahre mitorganisiert hat.

Gaston Kaboré (Burkina Faso 1982), 75 Min., ab 10 Jahren

Mit: Serge Yanogo, Rosine Yanogo, Joseph Nikiema, Colette Kaboré

 

 

Praktisches

Veranstaltungsort

Institut français Stuttgart
Schlossstr. 51, 70174 Stuttgart
0711239250
mathilde.fourgeot@institutfrancais.de
www.stuttgart.institutfrancais.de


Haltestelle

Berliner Platz


Eintritt

AK 5 € / 7 €


Sprache

Französisch mit deutscher Übersetzung

Veranstalter

Forum Afrikanum e.V., EZEF, Institut français Stuttgart
www.forum-afrikanum.de