© Kengo Kuma & associates_Takumi Ota Photography

16.10.2020

Ausstellung, Vortrag, Workshop

FIBRA – Zeitgenössische Architektur mit Pflanzenfasern

Stuttgart, im August 2020 – Pflanzen sind erstaunliche Lebewesen. Sie sind die materielle Grundlage unserer Existenz und unserer Kultur, schön und nützlich zugleich. Sie sind nachwachsende lokale Ressourcen, speichern Kohlenstoff und sind biologisch vollständig abbaubar. Das Bauen mit Pflanzenfasern hat nicht nur eine vorbildliche Ökobilanz, sondern auch positive soziale, ökonomische und kulturelle Aspekte: Lokales Knowhow wird bewahrt und weiterentwickelt, Arbeitsplätze werden vor Ort geschaffen, traditionelle Bauformen werden aufgegriffen und revitalisiert. Architektur mit Pflanzenfasern hat eine hohe sinnliche und haptische Qualität. Die Bauten, die im Rahmen des FIBRA Award ausgewählt wurden, haben zudem eine hohe ästhetische Qualität.

amàco, das Recherche- und Experimentierzentrum für natürliche Baustoffe in Villefontaine in Frankreich, und Dominique Gauzin-Müller haben den FIBRA-Preis ausgeschrieben; die internationale Jury unter dem Vorsitz von Anna Heringer hat 50 Bauten ausgewählt, bei denen verschiedenste Materialien verwendet wurden – Bambus, Stroh, Schilf, Weide, Rattan, Hanf, Palmblätter, Rinden oder Gräser. Der Einsatz der Pflanzenfasern umfasst Funktionen wie Tragen und Überbrücken, Isolieren, Filtern, Abtrennen, Verblenden oder Einkleiden. Die in Bild und Text, aber auch in Modellen und Prototypen vorgestellten Bauten stammen aus 23 Ländern auf allen Kontinenten. Die Wohnhäuser, Schulen, Brücken, Kulturzentren, ein Bauhof oder ein Weinkeller zeigen die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten sowie die ökologischen, konstruktiven und ästhetischen Qualitäten von Pflanzenfasern in der zeitgenössischen Architektur. Bauen mit Pflanzenfasern ist innovativ, weil es dazu anregt, darüber nachzudenken, wie wir künftig bauen und leben wollen.

Eine Ausstellung im Rahmen des AN Architekturnovember/Bund Deutscher Architekten BDA Baden-Württemberg www.architekturnovember.de

Produktion: Agence MUSEO und amàco (Logos Agence MUSEO, amàco)

Kuratorin der Ausstellung: Dominique Gauzin-Müller

Wissenschaftliches Komitee: Laetitia Fontaine, amàco, Prof. Guillaume Habert, ETH Zürich

 

Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 15. Oktober 2020, 17 Uhr bis 21 Uhr

Kurze Einführung jeweils um 17:30 Uhr, 18:30 Uhr und 19:30 Uhr

Architekten- und Kuratorengespräch: Freitag, 16. Oktober 2020, 16:30 Uhr

Öffnungszeiten: Di – So 12 – 18 Uhr. Montags, vom 24. bis 26.12.2020, am 31.12.2020 sowie an Neujahr geschlossen.

 

Veranstaltungen:

Architekten- und Kuratorengespräch | Freitag, 16. Oktober 2020, 16.30 – 18 Uhr

Dipl.-Ing. Daniel Schönle stellt den Platanenkubus vor, den er zusammen mit Prof. Dr. Ferdinand Ludwig (ludwig.schönle, Stuttgart) für die Landesgartenschau 2012 in Nagold konzipiert und realisiert hat. Bei einem Aperitif haben Sie die Möglichkeit, mit dem Planer und den Kuratorinnen der Ausstellung,  Dominique Gauzin-Müller und Iris Lenz, zu diskutieren.

 

Architektur mit lebenden Pflanzen | Donnerstag, 22. Oktober 2020, 19 Uhr, im Weltraum des ifa

Baubotanik ist eine Mischkonstruktion aus lebenden Pflanzen und herkömmlichen Bauteilen. In den ersten Jahren wird das noch junge und fragile Pflanzentragwerk temporär von Stahlstützen abgestützt. Über die Jahre wachsen Trägersysteme, Handläufe und andere technische Bauteile in die Pflanzen ein und die temporären Stützen können entfernt werden.  Baubotaniker fügen aber nicht nur Bauteile sondern auch soziale Prozesse. Pflanzen (ver)wachsen und geben uns den Zeithorizont für gesellschaftliche Entwicklungen vor.

Das Bureau Baubotanik – Hannes Schwertfeger und Oliver Storz – arbeitet seit 2010 in den Wagenhallen in Stuttgart. Sie stellen Konzepte und realisierte Projekte vor, die mittels künstlerischen, naturwissenschaftlichen und architektonischen Methoden das Ziel verfolgen, planerische, gesellschaftspolitische und architektonischen Prozesse miteinander zu verknüpfen, um die UN-Klimaziele zu erreichen. Ihre Projekte wurden mehrfach von der Bundesregierung ausgezeichnet. An ihrem mindestens 100 Jahre andauernden Kunstprojekt „Theatre of the Long Now“ kann jederzeit an den Wagenhallen teilgenommen werden.

Dominique Gauzin-Müller, Fibra – Bauen mit Pflanzenfasern | Mittwoch, 4. November 2020, 19 Uhr, im Weltraum des ifa

Mit „grüner Architektur“ und dem Einsatz von Pflanzenfasern erreichen wir nicht nur eine positive Ökobilanz, sondern auch haptische Qualität und eine Ästhetik, die den Menschen mit der Natur verbindet. In Europa werden schnell nachwachsende Rohstoffe wie Stroh und Hanf zur thermischen Sanierung bestehender Gebäude sowie zur Dämmung eingesetzt. In Ländern des Südens aber werden aus Bambus, Schilf und anderen Fasern – oft in Verbindung mit Lehm – komfortable Häuser zu erschwinglichen Preisen errichten.

Die Architekturpublizistin und Professorin h.c. (UNESCO Lehrstuhl für Lehmarchitektur, Baukultur und Nachhaltigkeit) Dominique Gauzin-Müller publiziert und lehrt zum Thema Nachhaltigkeit derzeit in Straßburg, Linz und Marrakesch. 2016 kuratierte sie die Ausstellung des TERRA Award, den weltweit ersten Preis für moderne Lehmarchitektur, und veröffentlichte des Katalog „Lehmarchitektur heute“. 2019 organisierte sie den FIBRA Award, kuratierte die Ausstellung „Fibra Architectures“ und gab das begleitende Buch „Architectures contemporaines en vibres végétales“ heraus.

 

Kunstgespräche und Führungen

Zu Kunstgesprächen und Führungen durch die Ausstellung mit der Kunsthistorikerin Andrea Welz und zu einem Aperitif jeweils um 16 Uhr laden wir Sie herzlich ein am

Freitag, 30. Oktober 2020,

Donnerstag, 12. November 2020,

Freitag, 4. Dezember 2020,

Donnerstag, 10. Dezember 2020,

und zur Finissage-Führung am Sonntag, 10. Januar 2021 um 14 Uhr.

Für sehbehinderte und blinde Menschen finden spezielle Führungen nach Terminabsprache unter 0711/2225-161 oder alber@ifa.de statt.

 

Das Kunstwerk des Monats

aus dem Kunstbestand des ifas stellt Maximilian Bauer in der ifa-Galerie Stuttgart vor

jeweils um 16.30 Uhr am

Mittwoch, 28. Oktober 2020 und am

Mittwoch, 25. November 2020.

 

Workshops

für den Verein für Internationale Jugendarbeit (VIJ), interessierte Jugendliche, junge Erwachsene und junge Geflüchtete von und mit Menja Stevenson und Hartmut Landauer:

Papier aus Pflanzenfasern

Sonntag, 8. November 2020,  14 – 17.30 Uhr

Treffpunkt: JuKuS Jugendkunstschule Kinderwerkstatt e. V., Eberhardstr. 61 A, 70173 Stuttgart, Eingang C, 2.OG

Pflanzenfasern sind seit jeher das Grundmaterial für die Herstellung von Papier. Nicht nur Holz, sondern auch Fasern aus Heu, Spargel oder Rhabarber werden in kleinen Manufakturen verarbeitet. In diesem Workshop schöpfen wir unser eigenes Papier aus Pflanzenfasern. Wir starten in der Werkstatt der Jugendkunstschule „unterm Turm“. Während die handgeschöpften Papiere trocknen, erleben wir bei einer Führung durch die Ausstellung in der ifa-Galerie Stuttgart, wie Naturfasern in der zeitgenössischen Architektur innovativ eingesetzt werden.

In Kooperation mit JuKuS Jugendkunstschule Kinderwerkstatt e. V., die Teilnehmerzahl ist begrenzt, biotte melden Sie sich an unter: 0711/2225-173 oder wohlfart@ifa.de

Am Mittwoch, 4. November 2020 findet von 12.15 – 13.45 Uhr die Kunstaktion „Faser-Relief“ mit dem Kinder- und Familienzentrum Rosenstein statt.

 

 

 

Praktisches

Veranstaltungsort

ifa-Galerie Stuttgart
Charlottenplatz 17, 70173 Stuttgart

Eintritt kostenlos


Veranstaltungsdauer bis

3.01.2021

Veranstalter

ifa-Galerie Stuttgart https://www.ifa.de/en/exhibitions/ifa-gallery-stuttgart/#section5


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